Die Geschichte der europäischen Sozialforen

Bereits vier Mal fanden in Europa Sozialforen statt, die sich in der Tradition des Weltsozialforums von Porto Alegre sehen und sich der dort beschlossenen Charta verpflichtet fühlen.
Zum ersten Mal kamen die Menschen aus allen Teilen Europas 2002 in Florenz/Italien zusammen. Mehr als 40.000 TeilnehmerInnen wollten damit ein starkes Zeichen gegen den bevorstehenden Irakkrieg und für Frieden und Solidarität setzen und arbeiteten in mehr als 250 Workshops und Seminaren gemeinsam an Ideen und Projekten für eine andere Welt - jenseits von Kapitalismus und Krieg.
Bereits 2003 trafen sich in Paris mehr als 50.000 Menschen, die unter Mithilfe von tausenden ehrenamtlichen HelferInnen, DolmetscherInnen und OrganisatorInnen gemeinsam Alternativen zum Europäischen Verfassungsentwurf und zur Militarisierung der EU suchten.
In der inhaltlichen Fortsetzung der ersten beiden Treffen fand das ESF 2004 in London und schließlich 2006 in Athen jeweils mit mehreren tausend TeilnehmerInnen statt.
Seit der Einrichtung dieses Treffens nutzen es verschiedene Organisationen, Gewerkschaften und Personen, um sich auf europäischer Ebene zu vernetzen, von einander zu lernen und Bündnisse zu bilden.

Das 5. Europäische Sozialforum in Malmö/Schweden – Ein anderes Europa ist möglich!

Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für das nächste europäische Sozialforum. Im Vorfeld einigte man sich demokratisch auf die Stadt Malmö im Süden Schwedens als Austragungsort.
Es werden zwischen 20.000 und 30.000 Menschen erwartet!
Inhaltlich stehen die Workshops und Aktivitäten unter dem Motto „ein anderes Europa zu ermöglichen“; „Ost und West gemeinsam“, sowie „Allianzen für soziale Kämpfe und Alternativen aufzubauen“.
Die Gewerkschaft vida hat sich durch einen Bundesbeschluss dazu entschieden, ebenfalls aktiv an diesem Treffen teilzunehmen. Interessierte Gruppen aus allen Sektionen bereiten gemeinsam mit dem internationalen Referat eigene Workshops sowie eine Delegation nach Schweden vor.

Und nächstes Mal in Istanbul!

 

Wer bereitet das ESF vor?


Das ESF wird von der so genannten „Europäischen Vorbereitungsversammlung“ (European Preparatory Assembly, kurz EPA) vorbereitet. Diese trifft sich in regelmäßigen Abständen. Alle zivilgesellschaftlichen Organisationen, welche die Charta von Porto Alegre als Rahmen für Sozialforen akzeptieren, können sich an diesen Versammlungen beteiligen. 2007 fanden drei solcher Treffen in Lissabon, Stockholm und Istanbul statt. Die Berichte dieser Treffen und auch die Ankündigungen für die kommenden finden sich auf der ESF Homepage. Um die Teilnahme von osteuropäischen VertreterInnen zu ermöglichen, gibt es einen Solidaritätsfonds, der sich u.a. aus Teilnahmebeiträgen von Organisationen und Personen aus Westeuropa finanziert, die an einer Versammlung teilnehmen (üblicherweise 50 Euro für eine Organisation und 10 Euro für eine Person).
An diesen EPAs nehmen unterschiedliche Organisationen teil: Gewerkschaften, Arbeitslosenbewegungen, MigrantInnenorganisationen, Gruppen, die zu den Themen Krieg und Militarisierung arbeiten, bis hin zu Umwelt-, entwicklungspolitischen und globalisierungskritischen Organisationen, Vorfeldorganisationen von politischen Parteien, Bildungswerke etc.
Alle diese Organisationen sind in einer Email-Liste. In diese kann man sich ganz einfach selber eintragen, und zwar folgenderweise:
Auf der ESF-Website den Punkt „ESF - FSE list” anklicken (linke Menüleiste auf der Einstiegsseite) oder direkt über diesen Link.
 

 

Weitere Informationen:

Europäisches Sozialforum ESF
 
Europäisches Sozialforum 2008 in Malmö
 
ESF auf Wikipedia
 
Open ESF
 
Deutsches Sozialforum