Statements zum ESF


Gerade für Gewerkschaften bietet das Europäische Sozialforum neue Möglichkeiten der Vernetzung, die über die alltägliche Arbeit hinausgehen. Wir sind bereits Mitglied in zahlreichen internationalen Dach- und Branchenverbänden, in denen unsere hauptsächliche internationale Arbeit stattfindet. Dadurch haben wir auf gewerkschaftlicher Ebene bereits einige gute Kontakte auf europäischem sowie internationalem Niveau, die es aber stetig zu verbessern gilt. Die Möglichkeit, mit den organisierten Zivilgesellschaften und NGOs Kontakt zu bekommen ist für uns jedoch schwieriger.
Daher beteiligen wir uns als österreichische Gewerkschaften aktiv am ESF, um die Gelegenheit zu nutzen, neue Perspektiven und Erfahrungen über gewerkschaftliche Grenzen hinweg zu bekommen. In einer Zeit des Neoliberalismus, in der die großen Konzerne nur noch global agieren, müssen auch wir neue Netzwerke bilden. Dies kann nicht mehr nur rein auf gewerkschaftlicher Ebene stattfinden. Eine breitere Zusammenarbeit möglichst vieler verschiedener Organisationen schafft uns bessere Voraussetzungen gegen die Übermacht der Wirtschaft. Nur so können wir die Positionen und Anliegen der ArbeitnehmerInnen besser vertreten.
In Wokshops versuchen wir gemeinsam mit anderen Gewerkschaften und teilnehmenden Organisationen in den verschiedenen Bereichen unserer Gewerkschaft Erfahrungen auszutauschen sowie Strategien und Positionen zu erarbeiten. Gleichzeitig ist es für uns motivierend zu sehen: wir sind in unserer Arbeit nicht alleine. Tausende Menschen in allen Teilen Europas engagieren sich gegen Neoliberalismus und Globalisierung. Wir sind Teil eines Netzwerkes, das etwas erreichen kann.
Wir erwarten vom ESF viele neue Kontakte und Erfahrungen und laden alle Organisationen ein, sich mit uns in Verbindung zu setzen, um gemeinsam gegen eine neoliberale Globalisierung zu kämpfen!

Cornelia Berger,
Gewerkschaft vida


Der Österreichische Gewerkschaftsbund unterstützt seit ihrer Gründung die Sozialforen. Den Kampf für ein anderes Europa können wir nur dann gewinnen, wenn wir Seite an Seite mit den europäischen NGOs agieren. Nur so ist ein anderes Europa möglich!

Monika Kemperle,
Leitende Sekretärin des ÖGB


Für Attac ist das Europäische Sozialforum der Treffpunkt aller Bewegungen (Gewerkschaften, NGOs…), die für ein anderes Europa kämpfen und arbeiten. In den ersten Jahren hat das ESF ermöglicht, dass sich all diese Gruppen über Grenzen hinweg kennen- und verstehen lernen und gemeinsam zu arbeiten beginnen. Die Mobilisierungen gegen neoliberale Vorhaben der EU – angefangen von der Dienstleistungsrichtlinie bis hin zum EU Verfassungsvertrag – haben gezeigt, dass gemeinsamer Widerstand Erfolg haben kann.
Für das kommende ESF ist uns wichtig, gemeinsam mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen, die ein soziales, ein ökologisches und ein demokratisches Europa wollen, europäische Alternativen und Mobilisierungen dazu zu erarbeiten.
Das Motto des kommenden ESF und auch der bisherige Vorbereitungsprozess stimmen uns zuversichtlich. So gibt es etwa von vielen Organisationen Vorschläge und den Wunsch nach einer gemeinsamen europäischen Mobilisierung 2009 - für das Europa, das WIR WOLLEN.
Wir hoffen und freuen uns darauf, dass noch mehr Menschen und Gruppen aus Österreich Lust bekommen, an diesem ESF teilzunehmen.

Alexandra Strickner,
Obfrau Attac Österreich


Warum sich die KAÖ bei der Vorbereitung zum ESF engagiert?

Der neue Mensch und die "neue Welt", ein Zusammenleben der Menschen in Frieden und Gerechtigkeit sind aus Sicht der Katholischen Aktion und der Katholischen Soziallehre zentrale Elemente der Praxis unseres Glaubens im Sinne Jesu Christi, der gesagt hat "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Auch die Hoffnung auf das Anbrechen des Reiches Gottes hier und jetzt treibt uns als Christinnen und Christen das Evangelium zu verkünden.
Diese Option für die Armen verbindet Christinnen und Christen mit vielen anderen "Menschen guten Willens" und führt sie im Einsatz für eine gerechtere Welt und im Bemühen um internationale Solidarität zusammen. Viele Netzwerke haben sich in den letzten Jahren zu diesem Anliegen gebildet - das umfassendste und wohl auch öffentlichste sind die Sozialforen - international, europäisch und national.

Die KAÖ engagiert sich in der Vorbereitung des nächsten ESF in Malmö, weil nur durch Netzwerke engagierter Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Zivilgesellschaft das Bewusstsein der Öffentlichkeit für ein Umdenken im Sinne der "Gerechtigkeit" erreicht werden wird. Je mehr Menschen überzeugt sind, dass "eine andere Welt möglich ist", und je mehr Menschen dies auch öffentlich kundtun, um so eher wird auch die Politik daran arbeiten müssen, Strukturen der Ungerechtigkeit zu verändern.

Peter Grubits,
Katholische Aktion Österreich


Für ein soziales, ökologisches, demokratisches und solidarisches Europa! 
Die katholische Jugend unterstützt das esf und möchte möglichst viele junge Leute mobilisieren, sich in das große Treffen der zivilgesellschaftlichen Globalisierung einzubringen, für soziale Gerechtigkeit in Europa zu demonstrieren, zu feiern und gemeinsam Alternativen und Konzepte zu entwickeln.

Elisabeth Rohrmoser,
Enchada / Katholische Jugend Österreich


Ein anderes Europa ist möglich - ein anderes Europa ist nötig.

Gelingen kann dieses jedoch nur dadurch, wenn sich die Menschen in diesem Europa zusammenschließen und gemeinsam an diesem Haus Europa mitbauen.
Ein Haus das auf den Fundamenten Menschlichkeit und Nachhaltigkeit steht, errichtet unter den Kriterien von "Guter Arbeit".
Ein Haus mit Fenstern, durch die wir die steigende Ungerechtigkeit in der Verteilung der Güter und Lebenschancen in allen Ländern der EU und weltweit sehen.
Und ein Haus mit Türen entsprechend der diesjährigen Schlusserklärung der EBCA (Europäische Christliche ArbeitnehmerInnen Bewegung): "Die EBCA setzt sich für eine positive Einbürgerungskultur in Europa ein und wendet sich gegen die Vorstellung von der "Festung Europa".
Das Europäische Sozialforum ist ein wichtiger Schritt für das zivilgesellschaftliche Mitplanen und Mitwirken an diesem anderen Europa.

Heinz Mittermayr,
Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung Österreich


Im Laufe der letzten sechzig Jahre hat die Verdrängung der nachhaltigen Familien-Landwirtschaft durch industrielle und von Unternehmen kontrollierte Formen von Produktion und Konsum zu einer weltweiten Lebensmittel- und Umweltkrise geführt. Diese Wirtschaftsformen sind eine der Hauptursachen des Klimawandels.
Um diesen Krisen zu begegnen, sind sowohl ein radikaler politischer Wandel als auch Veränderungen im westlichen Lebensstil notwendig. Wir wollen hier und jetzt andere Möglichkeiten des Lebens, Arbeitens, Konsumierens und des gemeinsamen Handels schaffen. Nachhaltiges Leben und Familien-Landwirtschaft können uns helfen, über unser eigenes Leben zu entscheiden und sich der zunehmenden Macht der Konzerne über alle Lebensbereiche zu widersetzen. Wir sehen darin einen Weg, kommenden Generationen eine Zukunft zu ermöglichen.

Wir sind überzeugt, dass wir die Welt verändern können, in dem wir Reflexion und Aktion, Denken und Handeln zusammenbringen. Aus diesem Grund findet unser Jugend-Camp während des ESF in Malmö statt. 

Michaela Maurer,
via campesina



 

Attac Österreich, Margaretenstr. 166/3/25, A-1050 Wien
Telefon: ++43(1)544 00 10, Email: infos@attac.at